Atelier Markgraph für Marcel Reich-Ranicki

1. Juni 2010 | Von | Kategorie: Agenturen, Live-Kommunikation
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Deutschlands einflussreichster, schärfster und vielleicht kenntnisreichster Literaturkritiker und Publizist feiert am 2. Juni seinen 90. Geburtstag. Mit der Sonderausstellung „Für Marcel Reich- Ranicki“ lädt das Jüdische Museum vom 1. Juni bis 5. September 2010 zu einer Geburtstagsfeier der besonderen Art in das Museum Judengasse in der Kurt-Schumacher-Straße ein. Das Gestaltungs- konzept für die Inszenierung stammt vom Frankfurter Atelier Markgraph: Der Besucher wird beim Gang durch die Ausstellung zum Geburtstagsgast – und nimmt Teil am bewegten Leben eines der bedeutendsten jüdischen Intellektuellen der Nachkriegszeit.

Die Feierlichkeiten beginnen mit einem Gang über den roten Teppich, auf dem sich die Besucher unter die prominenten Gratulanten mischen können. Hier wird die Widmungsformel „Für Marcel Reich-Ranicki“ zum Ausstellungsprinzip. Das Defilee führt vorbei an Inseln aus Glasvitrinen, in denen Bücher einer ganzen Epoche aus Reich-Ranickis Privatbibliothek gezeigt werden. Sie sind allesamt Geschenke zeitgenössischer Autoren mit persönlichen Widmungen. Zu den Gratulanten zählen so große Namen wie Ingeborg Bachmann, Heinrich Böll und John Updike. Unter den Ausstellungsstücken befinden sich auch zahlreiche Schriftstellerporträts aus der Sammlung Reich-Ranicki wie Zeichnungen von Günther Grass und Otto Dix.

Im anschließenden Ausstellungsbereich rückt das Geburtstagskind selbst in den Mittelpunkt. Die Inszenierung steht ganz im Sinne von Reich-Ranickis Zitat „Demokratie wird durch Kritik geradezu definiert“. Die Besucher sind eingeladen, sich auf den Sesseln des Literatischen Quartetts niederzulassen und die legendären Auseinandersetzungen um die Literatur an Hör- und Videostationen nochmals hautnah nachzuerleben. Wände mit Reich-Ranickis „Maximen der Kritik“ bilden die Kulisse der Szene. Ergänzend zieren Projektionen bekannter Kritikerzitate wie Goethes berühmte Verszeilen „Schlagt ihn tot, den Hund! Es ist ein Rezensent“ die Wände und zeigen die Wirkungsmacht der Literaturkritik.

Nach den Epochen um Ruhm, Ehre und medialer Präsenz gewährt die Sonderausstellung dem Besucher am Ende einen Blick hinter die Kulissen: Das Geburtstagskind lädt zu sich nach Hause ein. Exklusiv für die Besucher öffnet der in Frankfurt lebende Publizist sein privates Fotoalbum und gibt Einblicke in seinen bewegten Lebenslauf, darunter seine Übersiedlung nach Deutschland, die Flucht aus dem Ghetto, die Zeit im Warschauer Konzentrationslager, seine Jugend und Kindheit.

Im Überblick:

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 30. Mai 17.00 Uhr
Laufzeit der Ausstellung: 1. Juni bis 5. September 2010
Ort: Museum Judengasse, Kurt-Schumacher-Straße 10, 60311 Frankfurt

Direktor: Raphael Gross
Kuratoren: Monika Boll, Erik Riedel
Gestaltung: Atelier Markgraph

Eine Ausstellung des Jüdischen Museums Frankfurt und des Fritz Bauer Instituts in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Mit freundlicher Unterstützung der Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH und von Klein & Coll.

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