Events zum Festpreis?

Freitag, 29. Januar 2010
von aw

Zum 1. Februar 2010 startet der Eventpreisbrecher als Online-Plattform. Hier werden Eventleistungen- wie die Konzeption und Organisation von Eventmaßnahmen – sortiert nach Destinationen und Städten Kunden zu überaus attraktiven Festpreisen angeboten. So kostet beispielsweise die Konzeption und die Organisation eines Events in Hamburg, für bis zu 100 Teilnehmern, 980,- € (netto). Hinzu kommen die Fremdkosten und auf Wunsch die Eventdurchführung vor Ort. Dabei ist die Dauer des Events völlig egal.

Dieselben Leistungen für Berlin und für bis zu 200 Teilnehmer kosten gerade mal 1.999,-€ (netto). So und ähnlich sind viele weitere Städte in Deutschland bepreist – aber auch Destinationen im angrenzenden Europäischen Ausland. Das System ist völlig einfach und ähnelt dem Ryanair-Prinzip: zu einem Festpreis werden die klassischen Kernleistung einer Eventagentur, nämlich das erstellen eines individuellen Konzeptes und die Eventorganisation angeboten und ähnlich wie bei Ryanair kann der Kunde jede weitere Leistung im Sinne des Konzeptes, nach Budgetlage und nach Wunsch hinzukaufen. Der Festpreis orientiert sich an der Attraktivität der Destination und der zu erwartenden Anzahl der Buchungen. Unterschieden wird im Prospekt unter drei Teilnehmergruppen: bis 100 Personen, bis 200 Personen und ab 200 Personen. Im konkreten Angebot wird in Grenzfällen die exakte Teilnehmeranzahl berücksichtigt.

Jedes Konzept wird dabei individuell nach den Kundenwünschen, Bedürfnissen und Briefing erstellt. Die nötigen Fremdleistungen, wie Hotels, Catering, Dekorationen, Künstler, etc. zahlt der Kunde, wie gehabt, extra. Der Clou: der Einkauf dieser Leistungen erfolgt ohne Aufschlag von Provisionen seitens der Agentur. Der Kunde entscheiden frei und nach Budgetlage mit welchen Lieferanten er zusammenarbeiten möchte. Die Agentur steht dem Kunden empfehlend zur Seite und verhandelt verbesserte Einkaufskonditionen. Auch steht es dem Kunden frei zu entscheiden, ob die Agentur, oder ob er die Lieferanten selbst beauftragt. Er profitiert dabei immer von der qualifizierten Beratung der Agentur und von den überaus guten Agentureinkaufskonditionen.

Für die Umsetzung und Durchführung vor Ort wird auf ein dichtes Netzwerk von Event-Freelancern, aus der jeweiligen Stadt/Destination, zugegriffen. Dabei handelt es sich um ausgesuchte Event-Projektleiter, die mindestens 3 Jahre Erfahrungen, entsprechende fachliche Qualifikationen und Referenzen ausweisen. Darüber hinaus verfügen diese über sehr gute regionale Kenntnisse und kennen die aktuellen „Geheimtipps“ bei Locations, Hotels und Gastronomie. Aktuell stehen 8 Eventspezialisten für Kundenanfragen zur Verfügung, weitere werden gescreent.

Hinter eventpreisbrecher.de steht der Eventler Peter Cramer (42). Cramer ist seit vielen Jahren im Eventbusiness und war u.a. in leitenden Positionen großer Netzwerkagenturen tätig. Peter Cramer über seine Idee und Konzept:

„Seit Jahren habe ich mich gefragt, warum Kunden für – z.T. in Qualität und Umfang fragwürdige – Eventleistungen horrende Summen an Agenturen zahlen. Grundsätzlich fragen Agenturen gerne im Briefing die Budgethöhe ab,um dann stets wenige Euro-Cent darunter anzubieten. Der Kunde bekommt die unterschiedlichsten Konzepte präsentiert, die alle eins gemeinsam haben: eine maximale Ausreizung des vorgegebenen Budgetrahmens.

Dass es auch anders gehen kann, möchten wir mit dem Eventpreisbrecher zeigen. Ein effizientes schlankes System, welches für die Vielzahl der in Deutschland stattfindenden Eventformate völlig ausreichend ist. Unsere Preise sind so günstig, weil wir dadurch viele Kunden gewinnen wollen, keinen aufgeblähten Management-Overhead vor uns herschieben und durch ein ausgeklügeltes Personalnetz aus ausgesuchten Freelancern maximal flexibel sind.

Ich glaube, das unser Konzept im Markt final von drei Säulen getragen werden wird:
1.) den Zulieferern, den wir ein willkommener, weil fairer Partner sind;
2.) dem Freelancer-Netzwerk, weil wir eine Börse für gut bezahlte Jobs sind und
3.) von den Kunden, die einfach gezwungen sind mit weniger Budget auszukommen und dennoch ihr Pensum an Events erfüllen müssen. Alle drei Säulen haben großes Wachstumspotenzial.“

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21 Kommentare zu “Events zum Festpreis?”

  1. Guten Morgen Frau Hüser,

    ja, ich muß mich natürlich den Meinungen stellen, das gehört sich so und ist für mich selbstverständlich. Und es ist für mich auch selbstverständlich eine andere Meinung zu akzeptiere und den Menschen dahinter uneingeschränkt zu respektieren. Natürlich teile ich nicht alle Meinungen, aber ich denke sehr wohl darüber nach, was Sie und alle Anderen anmerken. Und in der Tat, sind da sehr gute Hinweise dabei.

    Das, worüber wir hier diskutieren, findet im Markt doch in ähnlicher Form längst statt. Herr Rübner hat weiter oben losgepoltert: „..die erste Low-Cost-Agentur für Pauschalangebote ist da…“. Stimmt doch gar nicht. Die Kollegen der Agentur „Hirschfeld“ bieten seit Jahren Pauschalangebote für Events an. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich Herrn Hirschfeld auf seiner ersten Messe an die er teilnahm traf. Da stand der Nils, hinter einem Tapeziertisch mit einem PC darauf und wurde von der „Branche“ als „Eventtouristiker“ und „Katalog-Eventler“ beschimpft. Das wird er z.T. heute noch, aber er hat sein Konzept im Markt etabliert. Oder „Jochen Schweizer“, nach dem Unfall in Dortmund – wo einer seiner Kunden ums Leben kam – von der Branche tot geredet, vertreibt heute erfolgreich seine Event-Pauschalangebote über die Thalia-Buchhandlungen und über McDonalds. Werbespots von „My Days“ laufen in Fliegern von Air Berlin und im TV…

    Augenscheinlich gibt es hier einen großen Markt an Interessenten, die auf die Mechanik der Pauschalpreise oder Festpreise ansprechen.

    Weiter hat Herr Rübner gesagt, das Hotels und Kongresszentren „diese ( Eventpreisbrecher) Leistungen als kostenlosen Service anbieten…“ Bitte lesen Sie diesen Satz ZWEIMAL. Das finde ich in der Tat übel, schein für Herr Rübner allerdings völlig O.K. zu sein…
    Zum mitschreiben: er kritisiert lautstark und polemisch diejenigen der sich Eventleistungen honorieren lassen und akzeptiert diejenigen, die Eventleistungen als kostenlosen Service anbieten. Das ist – im Kontext seiner Argumentation – völlig absurd…

    Die Lufthansa 99,- Tickets gibt es zumeist nur online, bei luftthansa.de mit wenigen Klicks direkt auf das Handy. Ich bezweifele daher stark, das dieser „Prozess drumherum“ wie Sie es nennen stressvoller ist als der Besuch eines Reisebüros – hier ist schon die Anreise mit Kosten verbunden, ohne zu wissen mit was ich raus gehe. Der „frische O-Saft“ ist natürlich ein Argument, das lasse ich gelten… ;-)

    #111
  2. Imke Hüser

    Lieber Herr Cramer,

    erstens: ich finde gut, wie Sie mit Kritik in diesem Blog umgehen und sich zumindest den Meinungen aussetzen und stellen

    zweitens: zudem verstehen Sie es wirklich, selbst härteste Kritik für sich selbst positiv auslegen zu können sich und Ihre Dienstleistungen absolut gut verkaufen

    …davor ziehe ich den Hut und wünsche Ihnen daher viel Erfolg bei Ihrem Unternehmen.

    Ich persönlich bleibe allerdings dabei, dass ich es lieber sehen würde, wenn weniger Unternehmen zu Preisdrückern werden und sich vielmehr auf die Kunden und wirklich besondere Event-Entwicklungen konzentrierten.

    Und um es mit Ihrer Flugticketmetapher zu sagen: Es ist richtig, dass der eine glücklich mit seinem 99 € Ticket über den Wolken schwebt und der andere für die gleiche Leistung 499 € hinblättert, allerdings merkt man die Unterschiede dann eben doch wieder in der Qualittät, denn der Billig-Mann hat höchstwahrscheinlich in totalem Stress eine Nacht auf einer Last Minute-Seite durch Euro-für Euro Gebotssteigerungen sich die Nacht um die Ohren hat schlagen müssen wohingegen der 499€ Mann gemütlich in einem Ledersessel sitzend bei einem frischen O-Saft gemütlich in einer Filiale bei guter Beratung das Ticket hat buchen können. Lediglich die Flugleistung ist in diesem Fall identitsch. Den Rest des gesamten Prozesses haben Sie bei Ihrem Beispiel demnach ausgeblendet.

    Ich bin mir sicher, dass Preisunterschiede irgendwo klare Konsequenzen haben, sei es in der Qualität der Leistungen oder Endprodukte oder um Beratungsservice etc. Denn würde einer sich einfach rausnehmen mal eben das 4-fache ohne jeden Grund dem Kunden abzuverlangen, so hätte er ganz schnell ein Imageproblem, da Sie wissen, wie schnell sich Dinge bei Kunden oder in der Branche herumsprechen.

    Mund-zu-Mund-Propaganda ist nicht ohne Grund meist das erfolgreichste “Medium”, Neukunden zu gewinnen…

    Sie haben Recht, wenn Sie nun etwa behaupten würden dass mein Beispiel sich aber lediglich auf Agenturen beziehen könnte, die fair gegenüber den Kunden sind und wirklich nur das aufschlagen, was eben an Qualität und Beratung den Mehrwert ausmacht, aber dann sage ich Ihnen: es wird nur dann in unserer Branche mehr für die Kunden getan werden, wenn Agenturen die Möglichkeit haben, auch faire Preise verlangen zu können, von denen sie eben doch Leben können.

    Selbsternannte Low-Budget-Agenturen, die natürlich absolut ebenwertige Leistungen für einen zum Kunden propagierten “endlich gerechten” Preis anbieten, bauen meiner Meinung nach nur einen schönen Schein auf, den die Branche wahrlich genug zu bieten hat…

    Wichtig ist allerdings, was ganzheitlich dabei heraus kommt…und da erkennt man definitiv den Unterschied, da bin ich mie sicher.

    #110
  3. uberVU - social comments

    Social comments and analytics for this post…

    This post was mentioned on Twitter by erlebnispete: #daseventblog jetzt online: Events zu Festpreisen! Hier lesen http://bit.ly/c3XkNh und Kommentar hinterlassen #eventfestpreis…

    #109
  4. Hallo Herr Korthaus,

    herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Offensichtlich wissen Sie genau, wie es an der “Front aussieht” und zu recht sprechen Sie die momentane wirtschaftliche Situation an. Auf diese gilt es zu reagieren. Das tut der Eventpreisbrecher mit Fakten, da wo andere noch verzweifelt Schön-Schwafeln und Dummes-Zeug sabbern.

    Wie Sie sicherlich gelesen haben, kommt von den Kritikern so einiges, aber Fakten und Lösungen bleiben sie schuldig. Ich muß mich heutzutage nicht mit Beratungskompetenz “aufladen”, wenn mein Kunde gegenüber gezwungen ist mit halbiertem Budget sein Jahres-Event-Soll erfüllen zu müssen. Der will handfeste Lösungen wie er über die Runden kommt. Nur das rettet seine Arbeitsplatz. Diesen verliert er nämlich, wenn sie ihm das Restbudget auch noch streichen.

    Und das wir Eventler jetzt und heute an diesem Punkt stehen, nämlich da, das das Eventbudget in als erstes dem Rotstift zum Opfer fällt (zumeist mehr als bei allen anderen Kommunikationsdisziplinen) ist schlicht das Ergebnis der bisherigen Leistungen der Mehrzahl bis dato im Markt agierenden Eventagenturen. Hier hat eine Branche versagt. Wären die angebotenen Leistungen erfolgreicher, hätte diese Kommunikationsdisziplin heute eine breite Brust. Und das müsste sie eigentlich haben, ist doch in Krisenzeiten die Face-to-Face Kommunikation grundsätzlich ein probates Mittel für Lösungen! Die Kollegen aus dem Online-Marketing haben das deutlich besser gemacht, trotz Krise wachsen ihre Budgets – diese Konzepte haben nachhaltig (Kunden) überzeugt und (in der Zielgruppe) gewirkt! Welches Eventkonzept kann das so von sich behaupten?

    #108
  5. Hallo Frau Hüser,
    herzlichen Dank für Ihr Kompliment. Das ist bei Herrn Rübner allerdings auch sehr leicht seine Argumentation auszuhebeln ;-)

    Daher freue ich mich um so sehr, dass Sie sich an dieser Diskussion beteiligen. Und Sie haben durchaus recht mit Ihren Anmerkungen! Der Trend zu Online-Portalen ist da und natürlich auch gerechtfertigt. Wir beiden unterhalten uns gerade über ein solches. Das ist ja prinzipiell gut, so lernen wir uns ein bisschen kennen.. ;-)

    Bis gestern wusste ich nicht einmal das es Sie gibt.

    Wir erleben aktuell – und in der Tat, auch hier haben Sie recht – eine Wust an Events die diesen Namen nicht verdienen. Aber warum “jagt eine unerträgliche Standart-Veranstaltung die Nächste…”? Warum ist das so? Doch nur weil genau dieses Format sich lukrativ an Kunden verkaufen lässt (..sonst würde ja kein Standart-Event das nächste jagen… ;-) ). Ein Markt bedient eine Nachfrage – Marktwirtschaft 1 Unterrichtstunde.
    Herr Rübner schrieb: “zum Glück bekommt jeder Kunden, die er verdient…” Das fasse ich – und viele andere in der Branche – nicht als Beleidigung auf, sondern ganz im Gegenteil, die meisten verdienen an diesen Kunden ordentlich.

    Ich finde es – wie Sie auch – bedauerlich auf welchem Niveau in diesem Land Events stattfinden und bitte glauben Sie mir, der “Eventpreisbrecher.de” wird dabei nicht mitmachen.

    Ja und Sie haben auch recht, wenn Sie sagen: „…der Kunde bricht über die transparente Rechnung in Tränen aus“. Das wird er tatsächlich: nämlich in Tränen der Wut, weil er erkennt, das bei der bisherigen Abrechnungen mit Agenturen, diese 1.) Leistungen mit Rabatten (sog. Agenturkonditionen) eingekauft haben, 2.) nach Absprache auf diese Leistungen die üblichen 15% auf den Listen-VK aufgeschlagen (!) haben und 3.) von den Lieferanten „on top“ eine Kick-Back-Zahlung eingefordert haben, damit der Auftrag an diesen Lieferant überhaupt vergeben wird.

    Das sind gängige Eventabrechnungspraktiken in diesem Land.

    Zwischen transparente Abrechnungen und Qualität gibt es keinen Zusammenhang, obgleich genau das die „Kritiker“ hier hineininterpretieren wollen. Und auch gibt es keinen zwingenden Zusammenhang in der Sache zischen einem Preis und der Qualität.
    Nehmen Sie bitte eine vollbesetzte Lufthansamaschine von Hamburg nach München. In der 2ten Klasse sitzen alle nebeneinander, bekommen alle die selben Getränke, den selben Snack, den gleichen Service, die gleiche Flugroute, das Lächeln und den Service der selben Purser. Die Leistung der Lufthansa ist hier für alle Passagiere zu 100% identisch.

    Wissen Sie was den Unterschied macht?

    Kaum einer im Flieger hat exakt den gleichen Preis bezahlt wie sein Sitznachbar! Da sitzt jemand mit einem 99,- Ticket für Hin- und Rückflug neben jemandem mit einem 499,- Ticket ohne Rückflug. Vertraut der für 99,- nun weniger in die Lufthansa und er für 499,- mehr? Muß ich als Kunde bei dem Angebot über ein 99,- Ticket NEIN sagen, weil ja auch die Lufthansa von „was Leben muß“.

    Blödsinn, natürlich nicht. Niemand der diese Zeilen hier liest wird dies tun. Sie alle werden das 99,- Ticket kaufen und sowohl glücklich, aber auch zufrieden an Bord gehen, weil Sie wissen: der Idiot auf dem Nachbarsitz hat für die gleiche Leistung das 4fache (!!!) bezahlt (und kommt am Ende nicht einmal mehr zurück nach Hamburg). Eine solche Kundenzufriedenheit bietet der „eventpreisbrecher“.
    So einfach ist das.

    #107
  6. Hallo,
    als Büro für Freelancer das aber auch selbst Konzeptionen für Kunden entwickelt und umsetzt, finde ich die Idee von Hr. Cramer sehr gut! Es ist natürlich unbestritten das wir auch leben müssen! Der Markt ist aber mittlerweile so von Fragezeichen bei Kunden durchsetzt, daß ein wenig Transparenz nicht verkehrt ist! Wir haben Kunden die durch Eigensuche im Internet ihre Events günstiger machen wollten und dabei ziemliche Bauchlandungen erlitten haben! Nicht jeder der im Internet einen FlicFlac kann,kann den auch auf der Bühne! Die günstigere Technikfirma muß aber auch nicht die schlechtere sein, sondern hat eventuell alles selbst und muß einfach nur nicht zubuchen.Das ist der Vorteil einer Agentur die das Wissen hat. Außerdem können wir als Vielbucher natürlich so wie Aldi,Plus und Co., ganz andere Preise aushandeln.Werden die Kurse dann an den Endverbraucher weitergegebensind alle zufrieden! In der momentanen wirtschaftlichen Situation ist es wichtig nicht jedes Budget bis zur Oberkante auszureitzen, sondern für alle effizient zu arbeiten!

    #106
  7. Imke Hüser

    Lieber Herr Cramer,

    Sie schaffen es zwar, Herrn Rübners Argumente wunderbar spannend für sich persönlich auszulegen, dennoch hat Ihr Konzept einen ganz entscheidenden Haken:

    …denn Sie geben in obigem Text wörtlich zu, dass es Ihnen letztendlich eben nicht um die Kunden sondern um Ihre eigene prall gefüllte Brieftasche geht (Abs. 1, letzter Satz).

    Zudem ist die Aussage sogar zusätzlich noch falsch, denn die schlauen Verbraucher holen sich bei Media Markt lediglich eben besagte Beratung und kaufen dann spottbillig im Internet bei billiger.de oder ebay. Sie sind nämlich nicht blöd und finden Geiz einfach zuuuu geil und wollen jeden erdenklichen Cent sparen. Auch hier zerstören Onlineportale Großteile einer Branche.

    Und genau das ist das Einzige, was Sie durch Ihre Plattform samt Dienstleistungen vermutlich für unsere Branche erreichen werden.

    Mehr noch: wir werden in Deutschland dann wahrscheinlich einen Wust an Events erleben, die den Namen nicht einmal mehr verdienen. Eine unerträgliche Standard-Veranstaltung jagt die nächste und der Kunde bricht danach über Ihrer transparenten Rechnung in Tränen aus, weil er zwar sein Budget halbiert hat, aber ohne die Veranstaltung wahrscheinlich keinen doppelt so hohen Etat für Krisen-PR ausgeben müsste, die durch den Imageverlust nötig wird.

    Ich möchte in diesem Zug einfach generell noch einmal daran erinnern, dass WIR alle in unserer Branche für unsere Kunden einmalige und besondere Events mit nachhaltigen Momenten und bleibenden Eindrücken schaffen wollen. Das lässt Kunden vertrauen und macht Maßnahmen effizient. Und dann ist auch ein normales Budget zu rechtfertigen, denn Agenturen müssen auch von etwas leben!

    Das ist jedenfalls meine persönliche Meinung…

    #105
  8. Ach Herr Rübner,

    Sie sind mir einer…

    Die “Aldisierung des Agenturgeschäfts”. Welch großen Worte – sie schmeicheln mir. Erinnert mich an die Reaktion auf Media Markt, als die “Ich bin doch nicht blöd!” den Leuten an den Kopf warfen. Und überhaupt: Lagerverkauf a lá Media Markt und Discounter. Das wiedersprach ja zunächst auch “völlig den Grundgedanken von individueller Beratung, Qualität und Beratung”! Und wo kaufen die Menschen ihre Fernseher…?

    Und jetzt mal fachlich: in den letzten zwei Jahren ist es der “Eventbranche” in Deutschland gerade mal gelungen bei der Budget-Vergabe der Big Spender Unternehmen ihren Etat um 1% (EIN!! Prozentpünktchen) zu steigern. Im gleichen Zeitraum haben die Online- und Dialog-Kollegen ihren Budget-Anteil verdoppelt und bekommen heute mehr Budget als die Eventler (Quelle: Event-Klima Studie 2009). Soviel zum Thema: tolle Beratungskompetenz und Qualität in der Branche. Hat augenscheinlich nicht funktioniert, sonst wären die Budgetaufwendungen der Unternehmen hier wohl deutlich höher…. Was bin ich da froh, das Sie hier kompetenteren Nachwuchs ausbilden (mache ich überings auch ;-) ).

    Und dann die Mär von der “gestanden Agentur für Live-Kommunikation”. Machen Sie doch mal bei solchen Agenturen die Tür auf und zählen Sie tatsächlichen Arbeitsverträge nach. Sie erhalten nicht selten folgendes Ergebnis: ein mehr oder minder bekanntes Gesicht an der Spitze (als GF und gut verdienend), ein paar (erbärmlich schlecht bezahlte) Projektmanager, eine Buchhalterin, eine Horde von Praktikanten und (aufgepasst!) einen Kreativen (Freelancer), einen Produktionsleiter (Freelancer), einen technischen Leiter (Freelancer), einen PR-Fachmann (Freelancer), einen Guest-Manager (Freelancer), einen Architekten (Freelancer), einen Produzenten (Freelancer), einen WasAuchImmerNochGebrauchtWird (alles Freelancer).

    Der Kunde “ist eben nicht blöd” (hat Media Markt auch erkannt) und reagiert: deutlich gestiegene Vergabe von Events an Agenturen NUR noch Projektweise, deutlich WENIGER Zahlungen von Pitch-Honoraren und die Forderung nach transparenten Abrechnungsmodellen, so zählt es die Event-Klima-Studie auf. Der “Kratzer” am Image ist HIER entstanden, er entsteht sicherlich nicht durch einen Anbieter, der Leistungen zum Festpreis (längst überfällig und immer wieder von Kunden gefordert) und ein transparentes Abrechnungsmodel (längst überfällig und immer wieder von Kunden gefordert) zur Grundlage seines Konzeptes macht.

    #104
  9. Sehr geehrter Herr Langen,
    herzlichen Dank für Ihr gutes Feedback. Sie haben absolut recht! Hierbei handelt es sich um eine Lösung, die auf die Exekutive von Events zielt. Auf den Punkt konzipiert, handwerklich gut und übersichtlich, fair und offen bepreist. Das ist eine Lösung für das gängige Veranstaltungsformat, welches tagtäglich in diesem Land 100fach stattfindet. Mehr nicht.

    #103
  10. Hanno Heintze

    Danke Wolf Rübner dass Sie die “Aldisierung” der Branche ansprechen und vor allem auch die Professionalisierung durch Fachkräfte.
    Ich denke auch, ein Preiskampf im Eventbereich über Festpreise und bunte Homepage-bildchen (Siehe:www.eventpreisbrecher) und Werbetexte á la Media Markt Prospekt funktioniert nur bedingt. Nicht deutlich wird in solchen Angeboten der volle Nutzenaspekt (außer dem Niedrigpreiskonzept) für die Kunden und die Kompetenz hinter diesen Angeboten.
    Ich finde diesen Vorstoß allerdings interessant, da ich denke der Betreiber der Plattform möchte mit diesem (Werbe)Prinzip primär Aufmerksamkeit in der Branche erreichen und bestehende Verfahrensweisen der Agenturen hinterfragen.

    #102
  11. Guten Tag,

    ich kann in die Lobeshymnen gar nicht einstimmen. Die erste Low-Cost-Agentur ist da! Pauschalangebote für Hamburg, Berlin und München wie im Reisebüro. Ein Festpreishonorar für Konzeption und Organisation von 998,- zzgl. Sachkosten und Durchführung (optional) durch Freelancer. Man reibt sich die Augen und denkt an Kegelclubs und Busse voll Senioren.
    Hotels und Kongresszentren bieten so etwas als kostenlosen Service an. Jeder Veranstaltungsplaner mit Internet-Anschluß kann das ohne große Vorkenntnisse. Ich unterrichte Veranstaltungskaufleute im ersten Ausbildungsjahr, die das nach 3 Monaten locker draufhaben.

    Die Aldisierung des Agenturgeschäfts finde ich wenig gelungen
    und widerspricht völlig ihrem Grundgedanken von individueller Beratung, Qualität und Problemlösung.

    Zum Glück bekommt jeder die Kunden, die er verdient und da beneide ich Peter Cramer überhaupt nicht. So einfach ist das mit der Schublade nicht und dann gibt es da noch die Klientel, die nach viel Leistung für wenig Geld will. Dieses Geschäftsmodell kann eine gestandene Agentur für Live-Kommunikation nicht kratzen, sehr wohl aber der Kratzer im Image der Event-Agenturen generell, der hier entsteht.

    #101
  12. … ich denke, es ist ein sehr gutes Akquisetool für die Kunden, die auf vor allem auf eine pragmatische Umsetzung ihrer Veranstaltung Wert legen und denen “die Agenturen” allgemein zu undurchsichtig sind. Der bodenständige Mittelständler, der sich nicht mit den Details seiner Veranstaltungsplanung befassen will kann hier schnell entscheiden (“… Festpreis find ich gut, die sollen das mal machen … sonst alles wie letztes Jahr, das lief doch super … “).

    Wenn es etwas komplexer wird, und der Kunde inhaltlich, kreativ, konzeptionell und evtl. auch strategisch einen Partner sucht, der vielleicht sogar gemeinsam mit seinen anderen Kommunikationsspezialisten (Klassik / Online / PR / …) eine fundierte Lösung sucht, die sich insgesamt rechnet, dann schmeckt dieses Konzept zu sehr nach dem schlichten Event-Manager, der Bustransport und Sushi möglichst günstig unter einen Hut bringen muss.

    Wobei der Markt für die klassische Event-Planung immer noch der weitaus größere ist.

    P.S.
    In den USA gehören seit dem Sarbanes-Oxley-Act 2002 Provisionen bzw. Kickbacks, die dem Kunden gegenüber nicht als solche ausgewiesen sind, dem Kunden – und zwar auch rückwirkend. Einige Werbeagenturen durften nach einem Gerichtsurteil bereits die entsprechenden Beträge an ihre Kunden überweisen …

    #100
  13. [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Peter Cramer, Peter Cramer, intergerma, Peter Cramer, Peter Cramer und anderen erwähnt. Peter Cramer sagte: #daseventblog jetzt online: Events zu Festpreisen! Hier lesen http://bit.ly/c3XkNh und Kommentar hinterlassen #eventfestpreis [...]

    #99
  14. Hallo Herr Fritzges,

    geschlossene Kalkulationen funktionieren immer dann, wenn der Kunde sie akzeptiert. Es gibt eine Vielzahl von Kunden, die kein Agenturhonorar akzeptieren, sondern sich selbst für clever halten, wenn sie sich für eine Agentur entscheiden, die auf Honorar verzichtet und dafür ihr Geld über die Provisionen verdient. Diese Kunden sind m.E. NUR auf die Exekutive von Events fokussiert. Die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Veranstaltung stellen sie sich nicht…

    Das ist erschreckend, aber weit verbreitet

    #98
  15. Hallo Roland,

    herzlichen Dank für Dein Feedback. In der Tat ist die “Punktlandung” beim ersten Mal mehr als schwierig. Aber auf der Landebahn zu stehen und eine “gute Figur” gemacht zu haben ist die Grundvorraussetzung um nachbessern zu dürfen. Der Preis für eine solche Nachbesserung sollte dann – wie das ganze Model auch – fair und offen gesprochen werden. Sicherlich wird es mal mehr, mal weniger Kulanz geben und das alles wird auch abhängig sein von der Gesamtkomplexität des Events. Beabsichtigt der Kunde auch die Durchführung bei mir zu buchen? Wenn ja wie lange? Für eine Roadshow mit 60 Terminen? JA, da würde ich nachbessern und auch mal fünfe gerade sein lassen… ;-)

    #97
  16. Hallo Herr Cramer,

    es freut mich sehr, dass wir einer Meinung sind. Es ist für mich auch immer wieder erstaunlich, dass in einem Zeitalter, wo jeder Preis binnen Sekunden überprüfbar geworden ist, geschlossene Kalkulationen in dem Maße funktionieren!
    Kleiner Hinweis noch zu Ihrer Internetseite: Unter FAQ schreiben Sie indirekt unter “F: Was ist gemeint mit: Einkauf ohne Agenturprovision?”, dass der bestverhandelte Preis immer der ohne Provision bzw. Kommission ist. Dies stimmt leider nicht wirklich, denn wenn es so wäre, dann wäre die Ratenparität in der Hotellerie nicht mehr gegeben…Ein Aufschlag von Preisen durch die Agentur ist jedoch auch nach meiner Auffassung nicht der richtige Weg.

    #96
  17. Roland Rudolf

    Ich verfolge das neue Geschäftsmodell mit Spannung. Peter, chapeau!
    Wie sieht es bei Festpreisen eigentlich mit erarbeiteten Konzept Alternativen aus? Der Klassiker sind doch meist 3 Wege zum Ziel ;-) Und es kommt ja nun auch häufiger vor, das es keine Punktlandung gibt. Wie stellst Du sicher, das Du wirtschaftlich bleibst und den Kunden zufrieden stellst?

    #95
  18. Hallo Herr Fritzges,

    herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Ich habe bereits im Jahr 2004 in Vorlesungen exakt das gepredigt, was Sie in Ihrem Kommentar ansprechen, nämlich die Kostentransparenz. Damals bin ich viel belächelt worden – insbesondere von den Kolleginnen und Kollegen der Branche. Ich war all die Jahre fest überzeugt, das sich dies mehr und mehr durchsetzen wird. Das tut es jetzt.

    In konzeptionellen Dingen arbeite ich mit einem Team, welches ich aber gerne mal – je nach Kunde und Briefing – um geeignete “Freie” erweitere.

    Ein Stückweit geht es mir auch darum, mit dem Model Kunden einen “Spiegel” vorzuhalten und die Frage zu provozieren: “warum habe ich gerade eben für dieses Event so viel bezahlt und WOFÜR eigentlich GENAU?”

    #94
  19. Dem Model kann ich nur zustimmen, da wir bei intergerma ein ähnliches “Baukasten-Prinzip” für Eventleistungen anbieten. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Absolute Kostentransparenz und keine “verschleierten” Kalkulationen.
    Wenn man so arbeitet, kann man auch ruhigen Gewissens funktionierende “Bausteine” beim Kunden lassen. Täglich erlebe ich enttäuschte Veranstaltungsplaner in Unternehmen, die sich auf die Kompetenz von Agenturen verlassen haben und später erfahren mussten, dass die “Profis” mit übertriebenden Aufschlägen gearbeitet haben. Das Ende vom Lied: Die Branche leidet!

    Kleiner Nachtrag in eigener Sache: intergerma arbeitet in allen konzeptionellen Bereichen mit festen Mitarbeitern…

    #93
  20. Hallo Herr Heintze,

    herzlichen Dank für Ihren guten Kommentar. Sie sprechen mir aus der Seele.

    #92
  21. Hanno Heintze

    Sehr interessantes Konzept!

    Ich denke jedoch das Hauptproblem der Branche sind doch die oft undurchsichtigen, wenig transparenten Kostenblöcke der Agenturen. Event/Werbe Agenturen müssen in Zukunft Kosten besser aufschlüsseln und transparente Abrechnungssysteme schaffen um das Vertrauen ihrer Kunden zu bewahren.

    #91