Ich bin dann mal in Dortmund
25. Januar 2011 | Von Atze | Kategorie: Atzes EventWelt, News, Seitenblicke
War es nicht wieder schön dort? Dort in Dortmund? Dort, wo sich die Welt der Live-Kommunikation trifft? Und was haben Sie im Vorfeld wieder alle geschrieben. Vom Gauklertreffen bis hin zum Super-GAU der Live-Kommunikation. Kommuniziert haben sie dann doch alle – sogar live – vor Ort von der Messe, die sie doch so schlecht finden.
Die Best Of Events, selbstbezeichnend als Leitmesse für Live-Marketing, öffnete wieder einmal ihr Tore. Und war es nicht angenehm, ganz ohne Gästestau, nur mit Web 2.0 hineinzukommen? Web 2.0, Online-E-Tickets, welch ein Fortschritt und so einfach. So einfach waren auch die Presseausweise und so simpel, dass man sie auch im kommenden Jahr wieder benutzen kann, das nenne ich einmal Mehrwert.

Offizieller BOE Presseausweis
Mehr Wert war auch die BOE-Night, zumindest finanziell. Für 65 Euro konnte man sich, in alter Web 2.0 Manier, ein Ticket für die berüchtigte Party kaufen. Leider eben nur Online denn Offline gab es vor Ort keine mehr. Dabei wäre es doch so einfach gewesen: leeren Zettel, Namen drauf, fertig.
Da biss sich dann doch der (Preis)Fuchs in den Schwanz. 65 Euro für warmes Bier und kalte Burger war nicht nur eine Vergewaltigung der Geschmacksnerven sondern auch des Geldbeutels. Mit ausgeglichenem Preis-/Leistungsverhältnis hatte das nichts mehr zu tun. Zu tun hatten dafür aber die Cocktail Angels, die zwar für eine visuelle Schmerzerleichterung sorgten, aber über ein gnadenlos überteuertes Event nicht hinweg halfen.
Die Wuppertaler Musikfreunde sorgten dann mit Altbewährtem für einen good evening. Mit den Goodfellas wurde bis in die Nacht für gute Stimmung gesorgt, die aber leider wenig Platz für Live-Kommunikaion bot.

Treffen der Zelt-Elite: Frank Schulze-Borgmühl (De Boer)/ James Eschenbach (Eschenbach)/ Tom Ambaum (Neptunus)
Geboten wurde das dann dafür auf den vermehrten Standpartys. Wurde doch hier das Prinzip der Live-Kommunikation von den Ausstellern nicht nur verstanden sondern auch umgesetzt. Umgesetzt gehört diese auch im kommenden Jahr und vielleicht wird damit ein überteuertes Party-Konzept ja angepasst oder abgesetzt?
Abgesetzt wurden auf der Messe auch neue innovative Präsentationen. Da wurde, wenn überhaupt, eher auf bereits Bekanntes gesetzt. Wäre nicht der ein oder andere Stand umgezogen oder hätte an kleinen Designänderungen gefeilt, man hätte sich ins Jahr 2010 zurückversetzt gefühlt. Geben wir aber den Ausstellern eine Chance und fragen nach deren Gespür.
Gespürt haben sie es. Spürbar weniger Besucher nach dem ersten Tag? Teilweise hohe Invests? Was spricht für einen Messeauftritt? Stellen wir uns doch vor, ein großer Anbieter wäre plötzlich nicht mehr da. Da wären dann alle da, da um über Pleiten, Pech und Pannen zu Mutmaßen. Mutmaßen wir also auch, nach den Gesprächen, das ein Auftritt nur für das Marketing und das Networking gut ist.
Gut ist dann nicht, das der Anspruch der Besucher ein anderer ist. Ist es da nicht an der Zeit, den ach so vielen Kritikern eine Chance zu geben? Ist es da aber nicht auch an der Zeit, das Veranstalter mehr auf konstruktive Kritik hören und sich nicht nur nach Verbänden und „alt“gediente Ehrenbeiräten richten?
Richten wir uns aber auch an all die zahlreichen Kritiker. Konstruktive Kritik und selbst umgesetzte Veränderungen helfen meist mehr, als einfach herausgeblasene Pauschalisierungen im Social Media Internet Stiel. Ein offenes Wort mit Änderungsvoschlägen hilft aber auch nur, wenn es bei Veranstaltern auf offene Ohren trifft. Hoffen wir also, dass sich offene Worte und offene Ohren einmal konstruktiv an der Bildung einer wirklichen Leitmesse, messen. Hoffen wir also, das sich Hoffende einmal Messen.
Gemessen wurde ja sowieso viel auf der Messe. Da wurden Quadratmeter und Aussteller, Meinungen und Besucher gemessen. Vermessen war da nicht nur die Aussage der Besuchersteigerung zum Vorjahr. Da wurde sich wohl schlichtweg vermessen. Zwar gab man nur eine Steigerung um 480 Besucher an, aber auch die beruht wohl vermutlich mehr auf einer groben Schätzung. Eher einer grob fahrlässigen Schätzung. War doch schon am ersten Tag spürbar, das es weniger Besucher als zur Prämiere im Vorjahr waren. Waren aber auch Aussteller der Meinung, dass es spürbar weniger Kontakte als im Vorjahr waren. War da also nicht die Angabe der Besucherzahl eher ein Fehler in der Addition, die man sich lieber im Umkehrschluss auf den Eintrittspreis der BOE-Night gewünscht hätte?
Geben wir aber der „Leitmesse“ eine Chance. Wäre es doch schade, wenn es ein solches Branchentreffen gar nicht mehr gäbe. Geben wir aber auch den konstruktiven Kritikern eine Chance um nicht in Zukunft eine Best Of Entertainment zu bekommen. Kommen wir aber auch zu dem Punkt, dass es für eine wirkliche „Leitmesse“ noch etwas mehr bedarf. Kommen wir also zum Schluss!
Schluss mit dem „alles war schlecht“ denn schlecht war doch gar nicht alles. Da trafen sich Agenturfreunde und Kunden und selbst Mitbewerber standen einträchtig bei netten Gesprächen. Gesprochen haben Aussteller mit Agenturen und Kunden mit Kunden und Kunden mit Agenturen und überhaupt wurde viel gesprochen.
Sprechen wir also auch in Zukunft wieder miteinander – auf der Messe. Genossen habe ich die Gespräche auf jeden Fall. Kommunizieren wir auch im kommenden Jahr wieder live – eben Live-Kommunikation. Und wenn wir jetzt noch alle zusammen die Messe in die richtige Richtung leiten, dann haben wir sie doch, unsere „Leitmesse für Live-Kommunikation“ (was bestimmt wieder irgendjemand, irgendwo im weltweiten Web schlecht finden wird).
In diesem Sinne allen eine selbstkritische und (live) kommunizierende Zeit und bis zum nächsten Jahr in Dortmund.
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Euer
Atze
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Hallo Atze!
Meckern ist wichtig, nett sein kann jeder
!
Vieles was Du schreibst, habe ich ebenfalls so erlebt. Als Unteraussteller kann ich jedoch sagen, dass die Qualität der Gespräche sehr gut war, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist – ganz im Gegenteil.
Was für mich allerdings ein Armutszeugnis ist: Die “Leitmesse” der Branche besitzt kein professionelles Teilnehmer-Management!!! Statt dessen wird für einen Fachvortrag eines Ausstellers zum Thema Teilnehmer-Management 79,- € kassiert. (Ich habe das Geld dann doch lieber in die Abendveranstaltung investiert!) Ich gehe mal davon aus, dass die Workshop-Teilnehmer eine Produktpräsentation auch hätten günstiger erhalten können…
Viele Grüße
B. Jigger
Hallo Herr Ollmann,
dann fragt man sich um so mehr, wofür die 65,00 Euro draufgegangen sind, für die Kühlung des Flaschen-Bieres bestimmt nicht und die Veranstaltungstechnik kann auch nicht die Welt gekostet haben.
In diesem Sinne: Ihnen vielen Dank für den Caipirinha.
Schönen Gruß
Thomas Ratte
Ich war das erste mal auf der Best of Events und muss sagen, für Neuankömmlinge der Branche bietet sich viel Gelegenheit, mal außerhalb der eigenen Kontakte Eventdienstleister kennenzulernen. Visitenkarten werden ausgetauscht, das ein oder andere fachliche Gespräch geführt und vielleicht sogar einWechsel zur anderen Frma besprochen. Man trifft sich hier wohl immer wieder. Von der Best of Events Night war ich auch enttäuscht, das kann nicht, sollte aber die Krone des deutschen Events sein. Deko lahm, Essen mies (immerhin mal nicht nur Fingerfood), Cocktailangels als Hingucker und eine wirklich gute Band. Das reißt den Gesamteindruck aber nicht raus. Da waren doch die Standpartys wirklich irgendwie besser. Lockerer, wilder und leckerer =)
Dennoch werde ich wohl kein Branchentreffen dort mehr verpassen wollen, schafft man sich doch gute Kontakte für die Zukunft und schaut auch mal über den eigenen Tellerrand.
Hallo,
an dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass die Cocktail Angels® die BOE Night 2011 ohne Einnahmen, ausschließlich aus eigenen Mitteln realisiert haben. Wir haben die Bar, das Personal, die Logistik und 2550 Cocktails gesponsert.
Viele Grüße !
Előd Ollmann
Inh. Cocktail Angels®