IAA: unterwegs mit Atelier Markgraph
18. September 2009 | Von aw | Kategorie: Backstage, SeitenblickeWir hatten die Möglichkeit, mit Martin Pesch (Atelier Markgraph) hinter die Kulissen des Mercedes-Benz IAA-Stand zu schauen.
Nachdem Chrysler und Kollegen das Forum verlassen haben, wurde es als Entre für den Zugang zum Mercedes-Benz Stand genutzt. Dafür wurde die Halle verkleinert und ein Showroom eingerichtet. Wie gewohnt, erwartet den Besucher auch hier wieder eine Erfrischung zur Begrüßung. Baulich hat hier ein wenig, wenn auch kam spürbar, der Sparfux Einkehr gehallten. So wurde bei den Fahrzeugen auf eine feste Bauweise der Rückwände verzichtet und mit Molton gearbeitet.
Der Messestand in der Festhalle ist wie immer beeindruckend, wenn auch merklich kleiner. So wurde auf eine dritte Ebene komplett verzichtet und aus der zweiten Ebene ein Umlauf gestaltet. Diese Entscheidung ist, nach Aussage von Martin Pesch, schon recht früh gefallen. Der Stand basiert auf der Stahlkonstruktion von 2007. Der Kenner wird dies an Kleinigkeiten wie der Positionierung der Rolltreppe erkennen. Trotzdem ist es gelungen, aus vorhandenem Basissystem einen neuen Stand zu gestalten. So ist man auch weg von der eckigen Bauweise aus 2007 und zeigt mehr Kurven. Dies zieht sich durch alle Bereiche.
Man ist auch weg von der klassischen Wegeführung im Erdgeschoß. Hier ist in diesem Jahr „Freeflow“ angesagt und Mercedes-Benz präsentiert sich mit all seinen Produkten. Gespart hat man allerdings am Holz und geht hin zu mehr Teppichboden. Die Fahrzeuge, die auf der vergangenen IAA noch auf dem Catwalk präsentiert wurden, sind nun auf der „Strasse“ angekommen. Das obere Stockwerk konzentriert sich auf die Leistungsdimensionen der Schwaben. Auch hier ist man reifer geworden und ist weg von externen Explainern und hin zu hauseigenen Ingenieuren und Entwicklern. So werden die Informationen aus erster Hand vermittelt.
Auch smart ist in diesem Jahr erstmals fester Bestandteil der Mercedes Welt und fristet kein eigenständiges Dasein mehr. Auch wenn das smart typische „open minded“ Design etwas gelitten hat bekennt man sich doch klar zum kleinen Flitzer. Selbst in den medialen Einspielungen hat smart nunmehr einen festen Platz gefunden.
AMG fristet, wie in der Vergangenheit auch, sein Dasein ein wenig im Hintergrund. Dafür passt sich das AMG typische Standdesign sehr gut in das Gesamtkonzept ein.
Überhaupt legen die Schwaben offensichtlichen Wert auf Ihre gesamte Fahrzeugflotte und gerade in Bezug auf Effizienz und Nachhaltigkeit. Maybach und Co. stehen nicht mehr im Rampenlicht und selbst luxuriöse Renn-Neuerscheinungen stehen nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt.
Imposant am neuen Stand ist die Deckenabhängung. Hier wurde eine spezielle Membran, aus einem Stück gefertigt, eingebracht. Gekonnt wird diese Medial bespielt. 120 Vari*Lights (kopfbewegte Scheinwerfer), Projektionen und Lasertechnik bespielen den „Himmel“ farblich und inhaltlich zu den jeweils eingespielten Medien der LED (Lichtdesign TLD).
Auf der LED Wand werden drei Themenblöcke in einem 18 Minuten Loop wiedergegeben, die durch die Lichtinszenierung und die dezent eingesetzten LED Bänder an der Empore unterstützt wird.
Die verbauten Materialien sind nicht mehr so pompös wie vor zwei Jahren. Holz musste Teppich weichen und auch sonst kann man die ein oder andere (unmerkliche) „Sparmaßname“ erkennen. Trotzdem verliert der Stand nicht an Hochwertigkeit sondern wirkt offen und einladend. Sehr schön auch die Verkleidung der Empore in „Klavierlack-Optik“.
Weiterhin verzichten auch die Schwaben auf Showeinlagen und Vorführungen was dem eigentlichen Stand und Inhalt sehr zugute kommt. Zusammenfassend kann man sagen, dass man auch bei den Stuttgartern das Sparen erkennt. Trotzdem ist es gelungen einen offenen Stand zu entwickeln, der zwar auf vergangenen Strukturen basiert, dieses aber nicht unmittelbar erkennen lässt. Wer zu Mercedes geht, fühlt sich zu Hause.
Wovon sich viele Mitbewerber eine Scheibe abschneiden können ist sicherlich die Inszenierung, die den Stand wieder zu einem besonderen Erlebnis macht. Wer also in Frankfurt ist, sollte sich Zeit nehmen, das „Erlebnis“ zu besuchen. Atelier Markgraph (Kommunikations-Konzept) und KTP Stuttgart (Architektur) haben hier wieder einmal ganze Arbeit geleistet.

Sehr gute Nachricht. Ich stimme Ihnen vollkommen zu.